Family Office – für wen?

Die Top 11 Gründe, ein Family Office zu gründen

Viele wohlhabende Familien kommen früher oder später an den Punkt, an dem sie anfangen zu überlegen, ob ein Family Office eine sinnvolle Einrichtung sein könnte.

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Welche Gründe gibt es für die Gründung eines Family Office?

Oft entstehen diese Überlegungen in Unternehmerfamilien, die das Gefühl haben, daß sie über ihr Familienunternehmen hinausgewachsen sind. Vielleicht wird das Unternehmen bereits in der zweiten Generation geführt oder das Vermögen ist auf ein Niveau gewachsen, daß das Familienunternehmen nicht mehr den alleinig dominierenden Vermögenswert darstellt.

Bei wieder anderen Familien führt erst der Verkauf des Familienunternehmens zu der Erkenntnis, daß man sich jetzt dem Unternehmen Familie widmen sollte.

Bei wiederum anderen Familien drängt sich der Gedanke auf, weil andere Familien es ja auch so machen.

Dabei kommen dann schnell Fragen auf, aus welcher konkreten Motivation ein Family Office gegründet werden sollte oder welche Vorteile das überhaupt haben könnte.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zeigen sich in der Praxis 11 Hauptgründe, die die Gründung eines Family Office sinnvoll erscheinen lassen:

1. Vermögenssicherung

Unter dem Begriff Vermögenssicherung lassen sich viele Aspekte subsumieren aber im Wesentlichen geht es dabei darum, daß die Familienmitglieder den erreichten Lebensstil nachhaltig weiter aufrecht erhalten können und dafür zu sorgen, daß die Vermögenswerte, die dies erlauben, erhalten bleiben oder sogar ausgebaut werden.

2. Kontinuität

Eine der oft wichtigsten Aufgaben eines Family Offices ist die Förderung und Erhaltung eines langfristigen und generationenübergreifenden Gemeinschaftssinns, damit das Familienvermögen nicht zerfasert wird und somit den Zweck der Vermögenssicherung nicht mehr erfüllen kann.

3. Bildung und Mentorenschaft

Im Zusammenhang mit der Kontinuität ergibt sich auch in vielen Fällen die Notwendigkeit, Nachkommen auf Ihre Rolle als Vermögenstreuhänder und Verwahrer der Familienwerte für kommende Generationen vorzubereiten. Ein Family Office kann die Vorbereitung gestalten und entsprechende Bildungs- und Mentoringangebote bereitstellen und begleiten.

4. passgenaue Maßfertigung

Die Spannbreite der Leistungen, die ein Family Office erbringt, kann passgenau auf den Bedarf der Familie angepaßt werden und auch jederzeit angepaßt werden. Die Familie kann dabei die Vorgaben genau nach ihren Wünschen machen. Letztlich ist jede Familie anders und daher ist dieser Punkt nicht zu unterschätzen. Kein externer Vermögensverwalter oder Wealth Manager kann diese Passgenauigkeit bieten.

5. Strategieentwicklung

Im Rahmen der Vermögenssicherung gilt es natürlich auch, eine gesamtseitliche Strategie zu entwickeln, die alle Aspekte des Wealth Managements einbezieht. Dabei geht es um Steuerplanung, Investmentstrategien und Strategien für die Vermögensübertragung. Auch die Strategien für die Entwicklung der Familie als Einheit mit Werten oder philanthropische Aktivitäten können unter einem strategischen Aspekt geplant und gestaltet werden.

6. Beraterkoordination

Family Offices übernehmen die oft als lästig empfundene Aufgabe für Koordination, Kommunikation und Transparenz zu sorgen und die vielen externen Berater und Manager zu koordinieren und den notwendigen Informationsfluss und -austausch sicherzustellen.  Kein externer Dienstleister hat den Zugang zu der notwendigen Informatinostiefe und -vollständigkeit und kann die Familienhistorie und Langfristziele so gut kennen wie ein Family Office.

7. Interessenanpassung und – ausrichtung

Ein Family Office bietet wertvolle Unterstützung dabei, verschiedene Interessenströmungen in der Familie in eine einheitliche Richtung zu entwickeln und die Familienmitglieder dabei zu unterstützen Ihre Verantwortung in diesem Sinne wahrzunehmen. Gleichzeitig ist es dabei aber unerlässlich auch individuelle Ziele zu berücksichtigen und einzubinden.

Ermittlung und Kommunikation von Zielen und Interessen und die Übersetzung in eine gemeinschaftliche Vision sind wesentliche Bestandteile dieser Leistung.

8. Entwicklung einer Family Governance Struktur

Eine übergeordnete Vision und Werte in einem mehr oder weniger formalen Prozess zu definieren und zu leben ist für viele Familien anfangs schwierig.

Auch gemeinschaftliche Entscheidungsstrukturen zu etablieren und dafür Sorge zu tragen, daß diese eingehalten werden, kann eine Kernleistung des Family Office sein.

9. Bündelung der Finanzkraft

Einer der Kernvorteile eines Family Offices liegt auch darin, daß dieses die Finanzkraft der einzelnen Familienmitglieder bündeln kann. So ergeben sich Kostenvorteile aber auch besserer Zugang zu den besten Beratern und Managern.

10. Vertraulichkeit

Für viele wohlhabende Familien ist der Aspekt der Vertraulichkeit ein wichtiger Motivator. Im Rahmen eines für die Familie zugeschnittenen Family Office lassen sich persönliche und vertrauliche Aspekte in einem definierten Kreis handhaben und nur absolut notwendige Informationen können nach außen weitergegeben werden.

11. Philanthrophische Aktivitäten

Auch wenn dieser Punkt hier als letzter aufgeführt wird, ist das Bedürfnis, der Gesellschaft etwas zurückzugeben bei vielen Familien groß. Ein Family Office kann als zentrale Stelle der Familie wirken, um dieses Geben zu gestalten und zu koordinieren.

Philanthropische Aktivitäten lassen sich auch ideal mit den Überlegungen zu Kontinuität sowie Bildung und Mentorenschaft verbinden.

 

Die Reihenfolge der Gründe und Motivationen für die Gründung eines eigenen Family Office unterliegt keiner Wertung. Jede Familie gewichtet diese und vielleicht auch weitere Punkte anders und individuell. Die Erfahrung zeigt aber, daß die genannten Punkte oft wesentliche Überlegungsbestandteile sind.

Tragen Sie sich auch mit der Überlegung, ein Family Office zu gründen? Teilen Sie Ihre Überlegungen mit mir. Ich stehe gerne für einen gedanklichen Austausch bereit.

gez. Sascha Janzen