So mancher Eigentümer einer Anlageimmobilie trägt sich mit dem Gedanken, seine Immobilie(n) selbst zu verwalten. Frei nach dem Motto: „Einmal im Monat das Konto kontrollieren und einmal im Jahr die Nebenkosten abrechnen, das kann ich auch! Dafür muß ich doch keinen teuren Verwalter bezahlen!“

Sicher kann es sinnvoll sein, seine Immobilien selbst zu verwalten. Es gibt Eigentümer, die darin ihre Erfüllung finden und sich damit auch eine Beschäftigung schaffen. Die meisten Immobilieneigentümer unterschätzen aber schlichtweg den Aufwand, der hinter einer guten Immobilienverwaltung steht.

Spätestens dann, wenn sich die Anrufe verärgerter Mieter zu allen Tages-, Nacht- und Jahreszeiten häufen und die Liste der Dinge, die abzuarbeiten sind, immer länger wird, fangen viele Selbstverwalter an, ihre Entscheidung zu überdenken. Wem macht es schon Freude, sich über die Weihnachtsfeiertage mit einer ausgefallenen Heizung herumzuschlagen, die Mieter zu beruhigen und parallel noch einen verfügbaren Heizungsmonteur von seiner Weihnachtsgans wegzulocken.

Ja, ein guter Immobilienverwalter kostet Geld (ein schlechter kostet sogar noch mehr). Ein guter Immobilienverwalter hat aber auch über Jahre erworbenes Wissen und Erfahrung zu seiner Verfügung. Er unterhält eine professionelle Infrastruktur, die dafür sorgt, daß die Immobilien, die er verwaltet, gut betreut werden können. So wird er eine Verwaltungssoftware einsetzen, die es erlaubt, alle Prozesse und Aufgaben im Überblick zu behalten und konsequent und geordnet abzuarbeiten, keine Termine und Fristen zu versäumen und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Er hat Personal, das auch bei Krankheitsfällen durch andere Mitarbeiter vertreten wird, so daß keine wichtigen Dinge wegen eines Krankheitsfalles liegen bleiben. Über eine gute Büroorganisation ist die Erreichbarkeit für Mieter und Eigentümer sowie die Handlungsfähigkeit auch für Notfälle und an Sonn- und Feiertagen verlässlich organisiert.

Im Gegensatz zu einem selbstverwaltenden Eigentümer sind mögliche Schäden, die durch die Immobilienverwaltung verursacht werden, bei einem professionellen Verwalter durch eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt.

Bei einem Gewerbeobjekt, bei dem sich ggf. auch die Immobilienverwaltungskosten auf die Mieter umlegen lassen, wird es im Falle einer Eigenverwaltung schwierig, die Kosten in einer abrechnungsfähigen Form nachzuweisen.

Zusammenfassend kann es natürlich dennoch die richtige Entscheidung sein, seine Immobilie selbst zu verwalten. Wichtig dabei ist jedoch, die Entscheidung bewußt und unter Berücksichtigung der damit einhergehenden Pflichten und Belastungen zu treffen. Die wenigsten Eigentümer wollen sich unserer Erfahrung nach mit den Belastungen des Verwaltungsalltages wirklich auseinandersetzen und sind froh, wenn sie einen kompetenten und verlässlichen Immobilienverwalter gefunden haben und sich über die Erträge aus ihrer Immobilie freuen können.

gez. Sascha Janzen