Das Erscheinungsbild einer Immobilie ist das Aushängeschild nicht nur für die Immobilie selbst, sondern auch für den Eigentümer und noch viel mehr für den Verwalter der Immobilie.

Der erste Eindruck entsteht nur einmal

Der erste Eindruck zählt – das gilt natürlich auch für jede Immobilie. Der geneigte Besucher, der Gutachter der Bank, der Mietinteressent, der Kaufinteressent – sie alle nehmen den ersten Eindruck wahr. Die Wahrnehmung erfolgt unterbewußt oder auch bewußt. In jedem Falle aber hat sie eine bleibende Wirkung.

Rückschlüsse aus dem ersten Eindruck

Rückschlüsse, die aus dem positiven Erscheinungsbild einer Immobilie gezogen werden:

  • der Eigentümer ist um seine Immobilie bemüht; ihm liegt das Wohlbefinden der Nutzer am Herzen
  • der Immobilienverwalter ist um die Immobilie bemüht; auch ihm liegt das Wohlbefinden der Nutzer am Herzen und er ist daran interessiert, den Wert der Immobilie im Sinne seines Auftraggebers zu erhalten
  • wenn die Immobilie in einem guten äußeren Zustand ist, liegt die Vermutung nahe, daß sie auch in einem guten technischen Zustand ist
  • wenn die Immobilie in einem guten äußeren Zustand ist, liegt die Vermutung nahe, daß sie vom Immobilienverwalter auch kaufmännisch gut betreut wird
  • aus dem äußeren Zustand der Allgemeinbereiche können auch Rückschlüsse auf die Qualität der Mieter gezogen werden

Ein ansprechendes Erscheinungsbild ist nicht gleichzusetzen mit einem neuwertigen Zustand. Es bedeutet auch nicht, daß eine Immobilie stets frisch gestrichen sein muß. Vielmehr geht es dabei um den Pflegezustand. Dabei lassen sich auch mit geringem Aufwand sehr gute Ergebnisse erzielen.

Durch den nachhaltigen Effekt, der sich aus dem ersten Eindruck ergibt, gehört der Pflegezustand, der primär den ersten Eindruck trägt, zu den Kernaufgaben einer guten Immobilienverwaltung.

Es geht dabei um vier Teilbereiche:

Außenbereich

Ist der Außenbereich aufgeräumt? Findet sich loser Müll auf dem Gelände? Wächst Unkraut in den Fugen? Sind die Grünbereiche gepflegt oder verwildert und verkommen? Wenn diese Faktoren regelmäßig bearbeitet werden, ergibt sich schon ein guter Ersteindruck, auch wenn das Haus nicht gerade frisch gestrichen wurde.

Eingangsbereich

Hier gilt ähnliches wie für den Außenbereich. Zusätzlich aber sollten Werbeprospekte und übriggebliebene Briefe regelmäßig und zeitnah entsorgt werden. Ein eventuell vorhandener Aushangbereich sollte stets aktuell und aufgeräumt sein. Das Klingeltableau sollte ebenfalls sauber und möglichst einheitlich beschriftet sein. Der so aufgeräumte Eingangsbereich kann als Visitenkarte für jeden Mieter dienen.

Treppenhaus

Ebenso wie der Eingangsbereich ist das Treppenhaus als allgemein zugänglicher Verkehrsweg im Haus ein Aushängeschild und auch im Sinne eines Fluchtweges relevant. Insofern sollte auch hier regelmäßig darauf geachtet werden, daß die Eigengestaltung nicht überhandnimmt und das Treppenhaus regelmäßig gereinigt wird.

Kellerbereich und Nebenräume für Haustechnik, etc.

Der Kellerbereich und Nebenräume für Technik sind sicher nicht ausschlaggebend für den Ersteindruck des normalen Besuchers, haben aber durchaus eine Wirkung auf den Eindruck, den Handwerker, Dienstleister oder gar Gutachter oder Kaufinteressenten gewinnen und sollten somit nicht vernachlässigt werden. Hier geht es primär darum, daß die Räume aufgeräumt sind und keine „Alttechnik“ oder Sperrmüllablagerungen aus den vergangen Jahrzehnten ins Auge fallen. Aktuelle Prüfplaketten dokumentieren ebenso einen gepflegten Gesamteindruck.

Alles in allem kann das Erscheinungsbild auch bei in die Jahre gekommenen Immobilien mit regelmäßigen Pflegearbeiten soweit gepflegt oder verbessert werden, daß ein positiver Gesamteindruck hinterbleibt. Das Alter und der Renovierungs- oder Modernisierungszustand einer Immobilie ist keine Entschuldigung für vernachlässigte Pflege. Im Gegenteil läßt sich mit erkennbarer und regelmäßiger Pflege der Wert einer Immobilie erhalten und die Marktfähigkeit (im Sinne einer Vermietung oder eines Verkaufs) und somit das wirtschaftliche Gesamtergebnis verbessern.

Weiterhin trägt ein positives Erscheinungsbild zum Image eines Eigentümers und Verwalters bei und ist insofern auch aus übergeordneten Marketinggesichtspunkten nicht zu vernachlässigen. Eigentümer und Verwalter werden somit als Profis wahrgenommen, die ihre Immobilie „im Griff“ haben.

Bei der Übernahme neuer Verwaltungsmandate gehört eine Aufnahme des Pflegezustandes zu den Sofortmaßnahmen, die wir regelmäßig durchführen. Daraus leiten sich dann kurz- und mittelfristige Pflegemaßnahmen ab, die abgearbeitet werden, um die Außenwirkung der Immobilie schnellstmöglich zu verbessern. In der Regel ergeben sich daraus bereits kurzfristig positive Reaktionen von Nutzern, Besuchern und Eigentümern.

gez. Sascha Janzen